Hall-Wattens in Tirol: auf den Spuren von Salz und Swarovski Kristallen

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Hall-Wattens

Ich muss ehrlich sein, ich war schon wirklich oft in Tirol, doch die Region um Hall-Wattens war mir gänzlich unbekannt. Zum Glück bekam ich die Chance, ganz viel von Hall-Wattens zu sehen und das mit meiner Familie.

Wer sich für Geschichte interessiert ist in Hall genau richtig, noch heute hat man ein Gefühl, durch eine mittelalterliche Stadt zu laufen, wenn man durch die vielen Gassen der Altstadt schlendert.

Wattens dagegen ist wohl die Kristallhauptstadt Österreichs oder gar der Welt?

Wie auch immer, es war eine tolle Zeit!



Anreise in die Region Hall-Wattens

Von meinem Wohnort aus sind es etwa 350 km bis nach Hall, durchaus für ein verlängertes Wochenende machbar, auch wenn es in der Region Hall-Wattens so viel zu sehen gibt, dass ein Wochenende nicht ausreicht.

Ich habe für die Fahrt (mit meinen Kindern) etwa 6 Stunden eingeplant, um genügend Pausen machen zu können. Als wir in Hall angekommen sind fuhren wir daher direkt zum Hotel. Im Gartenhotel Maria Theresia haben wir ein tolles Familienzimmer bekommen. Die Erwachsenen (meine Freundin und ich) hatten ein abgetrenntes Schlafzimmer und meine Kinder ein eigenes Reich mit ausklappbaren Sofa.

Nach dem langen sitzen im Auto mussten sich meine Kinder etwas austoben und das konnten sie auch, denn das Hotel verfügt über einen wunderschönen Garten mit Spielplatz, der viel Platz zum Toben bietet.



Hall in Tirol

Dass, was ich an neuen Orten so liebe, sind Stadtführungen. So erfährt man unglaublich viel in kurzer Zeit.

So war das auch in Hall, unsere Stadtführerin Anita konzentrierte sich dabei fast ausschließlich auf meine Kinder. Das war super, denn ich habe irre viel über die Stadt erfahren und meinen Kindern war nicht langweilig.

Versteht mich nicht falsch, auch meine Kinder lernen gerne neues, doch für Kinder ist es meist nicht einfach, Gesprächen unter Erwachsenen zu folgen und wenn jemand dann noch über Salzabbau, Münzprägung und die Stadtgeschichte redet, ist es zumindest für kleinere Kinder schwer bei der Stange zu bleiben.

Ganz anders war unsere Führung, Anita hatte meine Kinder sofort für sich gewonnen und erzählte uns die Stadtgeschichte so lebhaft, dass ich manchmal das Gefühl hatte mitten drin zu sein.

Wir haben uns die Münze Hall angeschaut und den Münzerturm erobert, wo die Kinder Ihre eigene Münze geprägt und sich als Ritter verkleidet haben. Anschließend haben wir die Stadt von oben genossen und sind durch die Gassen geschlendert. Das Highlight war aber das Bergbaumuseum, durch welches wir mit Helmen und Laternen ausgerüstet, von Anita geführt wurden.

Ganz zum Schluss zeigte Anita und noch, wo es in Hall das beste Eis gibt und ich war wirklich positiv überrascht. Denn so viele laktosefreie Sorten habe ich noch nie gesehen, darunter auch Besonderheiten wie Himbeere-Basilikum und Bitterschokolade mit Orange. Also plant unbedingt einen Besuch im La Brioche ein!



Kugelwald am Glugezer

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Kugelwald, das Wetter war nicht so vielversprechend, denn es war ziemlich grau und ich rechnete schon mit einem regnerischen Tag.

Die 10er Gondel der Glugezer Bahn brachte uns, schnell und sicher auf 1560 m Höhe. Sofort wollten meine zwei Loslegen, doch zunächst mussten die Kugeln ausgeliehen werden. Diese bekommt man für 2 Euro Gebühr und 8 Euro Pfand neben dem Gasthof Halsmarter und dann kann es losgehen.

Auf 8000 m² stehen unzählige Holzkugelbahnen zum Spielen und staunen bereit. Außerdem gibt es ein Baumhaus, einen Selberbau-Platz, einen Ruhebereich und eine Aussichtsplattform.

Meine Kinder wurden lediglich von meinem „Rennt nicht, passt auf die Wurzeln auf“ rufen gebremst. Die Feuchtigkeit in der Luft machte den Boden im Kugelwald rutschig, doch die unglaubliche Stimmung, da oben auf dem Berg begeisterte mich. Immer mehr kämpfte sich die Sonne durch die Wolken und zauberte natürliche Lichteffekte in den Wald. Darunter meine Kinder, die wie die Wilden herumrannten und am liebsten alles gleichzeitig gemacht hätten.

Den Zirbenwald mussten wir leider auslassen, denn meine zwei sind definitiv noch zu klein um in einem 1er Sessellift auf den Berg zu fahren. Aber das holen wir noch nach!

Trotz meiner Höhenangst wollte ich aber unbedingt noch zur Aussichtsplattform und die Aussicht genießen. Als um die Mittagszeit die Wolken, bis auf ein kleines Wolkenband, verschwunden waren konnte ich endlich das tun, was ich so liebe! Ich konnte die Berge sehen und diesen unglaublichen Blick genießen.

Das hätte ich den ganzen Tag tun können, doch meine Kinder waren von der Vorstellung weniger begeistert und so machten wir uns auf dem Weg nach Absam, wo meine Kinder lernten, wie man ein Brot backt. Sie waren schon stolz, den Teig hergestellt zu haben und ihre eigens geformten Brote, im Holzofen backen zu sehen, doch noch mehr interessierten sie die Tiere auf dem Bauernhof.



Swarovski Kristallwelten

Heute war es soweit, wir würden ENDLICH die Swarovski Kristallwelten besuchen. Oh man, wie lange wollte ich schon DA HIN? Und das obwohl ich nur ungern Schmuck trage und auch sonst nicht so auf Glitzer stehe.

Die Swarovski Kristallwelten befinden sich in Wattens, gegenüber dem Swarovski Hauptsitz, welcher von Daniel Swarovski 1895 eröffnet wurde. Damals siedelte er aus seiner böhmischen Heimat nach Wattens, weil hier genügend Wasser und Energie in Form von Wasserkraft zur Verfügung stand um die von Daniel erfundene Maschine, zum Schleifen der Kristalle, antreiben zu können.

Das Museum ist wahnsinnig beeindruckend und auch meine Kinder fanden die Audioguide Führung spannend und interessant. Der Garten aber, übertraf meine Erwartungen. Die Kinder waren tatsächlich außer Rand und Band. Denn sie durfen Karussell fahren, auf dem Spielplatz spielen und im Spielturm auf 5 Stockwerken toben.

Um 14 Uhr sollte ihr Kinderworkshop beginnen und pünktlich wurden sie und 10 weitere Kinder von der Schlange Cristallo abgeholt. Daher nutzen meine Freundin und ich die Zeit zum Entspannen. In bequemen Sesseln genossen wir die Sonnenstrahlen und den Ausblick auf die glitzernden Kristallwolken, die sich im schwarzen Wasser spiegelten. Ein unglaublicher Anblick, der verstehen lässt, was Daniel Swarovski so am Lichtspiel in den Kristallen fasziniert hat.

Kurz bevor der Workshop zu Ende ging, zogen dunkle Wolken auf. Wir entschieden uns, dass wir noch ein bisschen shoppen wollten und kaum saßen wir im Auto prasselte der Regen los.

In Schwaz, etwa 9 km von Wattens entfernt, gibt es ein kleines Einkaufszentrum in welchem ich mich über Schnäppchen für die Kinder freute und meine beiden sich, dass sie Ihr Taschengeld für Spielzeug auf den Kopf hauen durften. So endete dieser Tag wieder mit einem leckeren Abendessen im Hotel, wahnsinnig vielen Eindrücken, glitzernden Augen und 2 Halstüchern (die meine Kinder im Workshop gestaltet haben), die sie den Tag sicher nicht vergessen lassen.



Abreise

Der letzte Tag kam schneller als gedacht und heute war schon unser Abreisetag. Ich verstaute unsere Reisetaschen im Kofferraum und war etwas traurig, dass die Zeit in Tirol schon vorüber war.

Bevor wir uns auf den Heimweg machten besuchten wir noch den Bauernmarkt in Hall und deckten uns mit Tiroler Honig ein. Auch ein Stopp in Innsbruck musste noch sein, denn die Stadt hatte ich noch nie gesehen. Für mehr als einen kurzen Spaziergang durch die Stadt reichte unsere Zeit leider nicht, doch mir war klar, ich war nicht das letzte Mal in Tirol.

Diesen Blick auf die Berge werde ich vermissen, genauso sehr wie ich meinen Mann vermisst habe, der sonst immer fährt, während ich mir die Umgebung ansehen kann.

Die kurze Zeit in Hall-Wattens machte mir aber auch bewusst, dass ich auch hierhin wiederkommen muss, denn ich war noch nicht im Zirbenwald spazieren, habe noch nicht genug Eis bei La Brioche gegessen, habe noch nicht genug von dem Lebensgefühl der Tiroler gesehen und bin auch nicht gewandert.

Hall-Wattens wir kommen wieder, das nächste Mal aber für länger und all das, was wir schon gesehen haben, machen wir dann noch mal, ergänzt durch all die anderen Attraktionen, die die Gegend noch zu bieten hat. Darauf freue ich mich jetzt schon, denn in Tirol ist mein Herz geblieben!



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