Die kleinen Wutmonster – WUT im Kinderzimmer

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WUT im Kinderzimmer….Sind eure Kinder auch manchmal wütend? Bestimmt, oder? Bei uns ist das auch so…. Ich erzähle euch dazu eine kleine Geschichte:

Wut – von 0 auf 100

Mit einem liebevollen Blick schiele ich ins Kinderzimmer… da sitzt der kleine Mann und spielt selig mit seiner Lego Duplo Eisenbahn… Er baut die Gleise auf, stellt den Zug auf die Gleise und los geht die Fahrt…. Der Zug dreht seine Bahnen und mein kleiner schaut zufrieden zu…

Ich wende mich wieder meiner Arbeit zu… Es ist ja nicht so, als hätte eine Mutter nichts zu tun…. Als wäre da nicht die Wäsche, der Haushalt oder das Kochen… Oder die Spülmaschine, das Staubwischen oder Betten die zu machen sind… dazwischen noch unzähliges Spielzeug wegräumen, welches einem im Fuß stecken blieb.

Da passiert es plötzlich… Wütende Schreie dringen aus dem Kinderzimmer zu mir… Ich höre ein lautes Poltern und denke schon, dass das (eigentlich festgeschraubte) Regal auf meinen Sohn gefallen ist…. Aber nein… Nichts dergleichen… Es war mein Sohn, der sich in seiner Wut (mal wieder) auf den Boden warf… Als ich ins Kinderzimmer schaue sehe ich ihn wütend auf dem Boden toben, die kleinen Füßchen treten um sich… zerstören dabei alles, was ihnen in den Weg kommt… Oder treffen eben die Schwester, die nicht weiß was ihr geschieht und natürlich auch sofort weint…. Manchmal löst auch SIE seine WUT aus, doch nicht dieses Mal, nein!

 

Wut im Kinderzimmer

 

 

Auch Eltern werden wütend!

Oh man, zum aus der Haut fahren!!!! Ich möchte mein Kind packen, es anschreien und schütteln.
Doch das tue ich nicht… WUT ist ein ganz normales Gefühl, welches auch wir Erwachsenen oft erleben. Wir wissen allerdings, wie wir uns ausdrücken können, oder eben wie wir uns Luft machen… Das weiß mein kleiner mit seinen 2 Jahren nicht… Er kann seine Gefühle noch nicht in Worte fassen, er weiß nicht, wie er seiner Wut freien Lauf lassen kann ohne dabei wie ein Elefant im Porzellanladen zu poltern.

Diese Erkenntnis erlangte ich vor nicht allzu langer Zeit. Bis dahin habe ich total genervt reagiert. Andauernder Schlafmangel, der Job den ich täglich ausübe und die Tatsache, dass ich unter der Woche alleine bin mit den Kindern machten mich mürbe. Schnell wurde ich laut…. Schnell schrie ich mein Kind an… Und im gleichen Moment wusste ich, dass es falsch war. Im gleichen Moment bereute ich es. Im gleichen Moment war ich wütend auf mich!

Was half es meinen Sohn anzuschreien?
Nichts… Außer, dass ICH meiner WUT Luft gemacht hatte…. Seine Wut war damit nicht weggezaubert.
Stattdessen zeigte ich meinen Sohn: „Wenn du wütend bist, bist du nicht ok. Mama liebt dich nicht wenn du wütend bist!“ und „Lern gefälligst deine Gefühle zu unterdrücken!“.
All das vermittelte meinem Sohn (und meiner Tochter) mein Gebrüll und nichts anderes. Wie sehr ich mich dafür schäme…

 

Was ich für meine Kinder will

Ich will alles, nur nicht, dass aus meinen Kinder Menschen werden, die Ihre Gefühle unterdrücken!

  • Sie sollen und dürfen sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist oder sie wütend sind!
  • Oder sie sich missverstanden fühlen!
  • Sie sollen und dürfen sagen, wenn sie jemanden lieben oder mögen!
  • Oder wenn sie etwas nicht wollen!

Diese Erkenntnis, dass ich einen riesigen Fehler begehe, traf mich wie ein Schlag. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel erkannte ich mein Fehlverhalten und was ich damit anrichten kann. Gerade noch rechtzeitig genug (hoffe ich)!

 

Was die Wut vertreibt

Wenn mein Sohn jetzt wütend ist… Und das ist er noch oft…. Nehme ich ihn unter den Armen und stelle ihn, mit etwas Schwung, auf seine Füße. Im ersten Moment ist er verdutzt und schon ist er etwas ruhiger…. Meist weint er dann nur noch…. 

Dann frage ich ihn was los ist. (Mittlerweile erkenne ich ziemlich schnell den Grund seiner Wut… z.B. dass der Zug aus den Gleisen gesprungen ist).

Ich sage meinem Sohn (in einem ruhigen Ton) dass er mich doch rufen kann, wenn er Hilfe braucht. Ich stelle den Zug wieder auf die Gleise und frage mein kleines Wutmonster ob jetzt alles wieder ok ist. Und in 99,9 % der Fälle ist es das! Ich trockne seine Tränen und er spielt weiter…. als wäre nichts gewesen….

 

Und ich?

Und ich?
Ich bin zufrieden, dass ich es geschafft habe ruhig zu bleiben. Das ich ihm vermittelt habe, dass Mama für ihn da ist und ihm immer helfen wird.
Das seine Gefühle in Ordnung sind und das ich ihn trotz WUT über alles liebe!

 

Apropos Wutmonster…. Wir haben da ein ganz tolles Buch zu Hause… Das Wutmonster Buch! Bei meiner Großen hilft es super wenn sie wütend ist… Da gibt es nämlich ein Wutmonster Lied, mit dem man das Wutmonster vertreiben kann…. Und wenn es Ihr nicht einfällt es zu singen, nehme ich sie auf den Arm und singe… Dabei wird gehüpft, so dass das Wutmonster runterfällt… Hilft natürlich nicht immer, aber es bringt sie zumindest auf andere Gedanken und sie beruhigt sich recht schnell!

 

Hier könnt ihr es bestellen:

 

Wie geht ihr mit der Wut eurer Kinder um?
Was macht ihr, wenn euer Kinder wütend sind?

Lasst uns hier ein paar Tipps sammeln!!!

 

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Ein Gedanke zu „Die kleinen Wutmonster – WUT im Kinderzimmer

  • 6. Mai 2017 um 19:44
    Permalink

    Oh…dieser altbekannte Problem 😉

    Unser Große hat das häufig, wenn ihr irgendwo die Worte fehlen und sie ihr Problem nicht ausdrücken kann. Dann geht der kleine Vulkan hoch!

    Wir fahren inzwischen gut damit, ihr in diesen Situation einen anderen Gedanken anzubieten.
    Wenn sie zB nach einem Taschentuch gucken soll, oder man sie auf ihre Ideen für den nächsten Tag anspricht, durchbricht das häufig die Wutspirale.

    Klappt nicht immer und ab und zu muss man sich ordentlich auf die Zunge beissen, aber es wird besser.

    LG
    Dirk

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