Pseudokrupp – Was ist das und wie helfe ich meinem Kind?

Pseudokrupp – unsere Erfahrung

Nie werde ich es vergessen… Diese eine Nacht in der mein Sohn Christian nachts anfing zu Husten als würde er bellen, ich hatte das Gefühl er hustet in eine Dose, so hörte sich das zumindest an. Er war etwa 1 Jahr alt, vielleicht auch schon 1,5 Jahre. So genau weiß ich das nicht mehr.

Dieser Husten wurde immer schlimmer, beim Atmen hörte ich ein pfeifendes Geräusch und auf einmal schrie mein Sohn sich die Seele aus dem Leib.

Ich war in Panik, das habe ich noch nie erlebt. Obwohl ich keine Ahnung hatte womit ich es zu tun hatte bin ich instinktiv mit ihm auf den Balkon. Sofort beruhigte sich sein Husten und auch seine Atmung ging plötzlich leichter. Das einzige was ich sah, war diese Panik in seinen Augen. Das war echt schlimm!

Nachdem er sich beruhigt hatte und in meinem Arm eingeschlafen war nahm ich ihn mit in mein Bett. Ich wollte in seiner Nähe sein, ich wollte ihm die Sicherheit geben, dass Mama da ist und auf ihn aufpasst.

Kurze Zeit später hustet er wieder los. Da ich dieses Mal schon wusste, dass ihm die kalte Nachtluft hilft habe ich einfach das Fenster im Schlafzimmer aufgerissen. Dick eingemummelt verbrachten wir eine kühle aber doch ruhige Nacht.

Am nächsten Tag rief ich den Kinderarzt an und machte einen Termin aus. Pseudokrupp war die Diagnose. Ich konnte nicht viel damit anfangen aber unser Kinderarzt kläre mich gut auf. Erschrocken war ich erst, als er mir 2 Kortison Zäpfchen für den absoluten Notfall verschrieb. Bisher haben wir sie jedoch nicht gebraucht. Zum Glück!

Pseudokrupp – was ist das?

Unter Pseudokrupp versteht man eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder mit teilweisem bis vollständigen Verschluss der Atemwege. Dadurch kann starke Atemnot entstehen. Durch die Entzündung schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes vor allem an den Stimmbändern stark an. Die Atemluft, die auf dem Weg in die Lunge zwischen den Stimmbändern hindurch muss, hat es dadurch schwer in die Lunge zu gelangen.

Pseudokrupp tritt anfallartig auf, meist haben die Kinder am Tag zuvor Erkältungssymptome wie Schnupfen oder Halsschmerzen. In der Nacht geht es dann los. Ihr erkennt Pseudokrupp an den pfeifenden Geräuschen beim Atmen und am bellenden Husten. Begleitet wird der Pseudokrupp in manchen Fällen von starker Atemnot, Erstickungsängsten, Unruhe und starken Herzklopfen.

In den meisten Fällen wird der Pseudokrupp von Viren verursacht, seltener durch Bakterien.

 

Pseudokrupp – Wer kann es bekommen?

Pseudokrupp tritt meist bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Jungs sind dabei häufiger betroffen als Mädchen.

Kinder in diesem Alter haben wachstumsbedingt einen kleinen Kehlkopf, wodurch sich die Atemwege leicht verschließen können, wenn es zu einer Entzündung in diesem Bereich kommt. Der Pseudokrupp kann jedoch noch bis zum 6. Lebensjahr auftreten. Pseudokruppanfälle sind vom Wetter und von der Jahreszeit abhängig ist. Meist treten sie im Herbst und im Winter, vor allem bei nasskalter Witterung auf.

Der Anfall beginnt meist nach einigen Stunden Schlaf. Die Kinder sind heiser und haben diesen bellenden Husten. Beim Atmen hört man ein pfeifendes Geräusch welches entsteht, weil die Atemwege verengt sind.

Einen schweren Pseudokrupp Anfall erkennt man zusätzlich am ziehenden Geräusch beim Einatmen. Die Kinder leiden unter Atemnot, welche noch durch die Angst des Kindes verstärkt wird. Hierbei ist es besonders wichtig, dass man als Eltern die Ruhe bewahrt und das Kind beruhigt, statt es noch mehr in Panik zu versetzen. Und das ist wirklich nicht einfach!

Erst vor kurzem war es wieder soweit und Christian hatte mehrere schwere Pseudokrupp Anfälle in einer Nacht. Wir verbrachten die halbe Nacht auf dem Balkon, an der kühlen und frischen Luft. Ich versuchte ihn abzulenken und zeigte ihm verschiedene Sterne und alles was sonst noch so um uns herum zu sehen war. Das hat ihn von seiner Angst abgelenkt und er konnte wieder besser Atmen.

 

Pseudokrupp – Die Behandlung

Da Pseudokrupp in den meisten Fällen von Viren verursacht wird kann man es nicht wirklich behandeln. Man kann lt. unserem Kinderarzt den Kindern Hustenlöser geben um das Abhusten des Schleims zu erleichtern, ebenso wie Hustenstiller für die Nacht, damit das Kind zumindest einige Stunden schlafen kann.

Frische, Kalte Luft hilft beim Abschwellen der Schleimhäute während des Anfalls und die Notfall Cortison Zäpfchen, die man bei Vorliegen der Diagnose Pseudokrupp parat haben sollte.

Sprecht unbedingt mit eurem Arzt darüber, er wird euch genau aufklären und die für EUER KIND richtigen Präparate aufschreiben, sofern sie notwendig sind.

 

 

Pseudokrupp – Wie helfe ich meinem Kind?

Das absolut wichtigste ist, das die Eltern RUHE bewahren. Das Kind spürt es ob ihr in Panik seid. Nehmt euer Kind auf den Arm und geht mit ihm nach Möglichkeit nach draußen oder zumindest an ein offenes Fenster. Haltet die Luft im Kinderzimmer feucht, z.B. durch feuchte Tücher die Ihr auf die Heizung hängt.

Etwas kühles Wasser in kleinen Schlucken kann ebenfalls helfen.

 

Eins muss ich klar sagen, VORBEUGEN kann man einem Pseudokrupp Anfall nicht.

  • Dennoch kann man einiges tun. Mein Kinderarzt riet mir zum rechtzeitigen Abhärten des Körpers des Kindes durch viel Bewegung an der frischen Luft und eine abwechslungs- und vitaminreiche Ernährung.
  • Legt eine Decke oder ein dickes Handtuch unter die Matratze eures Kindes so dass es, mit leicht erhöhtem Oberkörper schläft.
  • Das man nicht in Gegenwart von Kindern rauchen sollte, muss ich glaube ich nicht erwähnen.
  • Haltet für den Notfall das Cortison Zäpfchen bereit.

 

 

Habt ihr Erfahrung mit Pseudokrupp?

Wie sind eure Erfahrungen?

 

 

Hinweis:

Bitte bedenkt, dass ich weder Ärztin noch Krankenschwester oder ähnliches bin. Ich schreibe hier über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Pseudokrupp meines Sohnes. Bitte wendet euch bei allen Fragen zu der Erkrankung an den Arzt eures Vertrauens!

 

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11 Gedanken zu „Pseudokrupp – Was ist das und wie helfe ich meinem Kind?

  • 28. März 2017 um 14:15
    Permalink

    Das kann ich so gut nachvollziehen!!! Mein Großer (mittlerweile 10) hatte 3-4 Pseudokrupp Anfälle im Monat!!! Angefangen hat es mit 14 Monaten und den letzten hatte er kurz vor seiner Einschulung. Viele Nächte mussten wir im Krankenhaus bleiben, da weder frische Luft, inhalieren oder das Zäpfchen geholfen haben. Und auch meine Kleine (3) hatte schon 2 Anfälle, aber bei ihr half immer das inhalieren.

  • 29. März 2017 um 20:37
    Permalink

    Ich glaub das ist das schlimmste was Eltern passieren Kann
    Die Kinder leiden
    Aber zum Glück wisst ihr jetzt was es ist und könnt dann handeln
    Du hast die Krankheit super erklärt so das ich versteh was die Krankheit ist und macht
    Lg Denise

  • 29. März 2017 um 21:16
    Permalink

    Ohja das kenn ich auch. Von beiden Kindern. Beim ersten Anfall meiner großen war Ich voll in Panik. Aber genau in dem Moment rief meine schwägerin am die selbst kinder hatte mit pseudokrupp. War wie ein Zeichen des Himmels echt unheimlich. Mittlerweile sind meine beiden schon Gross genug Das sie keine Anfälle mehr haben. Ich habe die zäpfchen gott sei dank auch nie gebraucht. Aber die Panik in den Augen deines Kindes bei so einem Anfall macht einen total fertig.

  • 8. April 2017 um 7:09
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    Das klingt ja furchtbar! Aber toll dass du beim ersten Mal so gut reagiert hast und jetzt auch weißt wie du ihm helfen kannst wenn er einen Anfall hat. Hoffentlich wird er nicht zu oft davon geplagt!
    Lg

  • 26. April 2017 um 20:05
    Permalink

    Mit den Jahren kommt Pseudokrupp immer häufiger. Mein Junior fing mit 6 Monaten an. Immer wieder Schnupfen, Bronchitis, Erkältung und dazu ständig Krupp. War schon Stammkunde im KH oder bei den KinderÄrzten am Wochenende. Immer Antibiotika und Zäpfchen gegen den Krupp. Schweißtest durchgeführt, wegen der Bronchitis hätte ja Mukovistzidose ( wie das heißt) sein können. Negativ….
    Sind dann Umgezogen von der Stadt aufs Land. Für die Kids aufjeden Fall besser. Seine Anfälle sind geblieben mal mehr mal weniger. Selbst bei Wetterwechsel im Sommer Kruppte Junior. Irwann Hochschwanger musste ich mit Junior im KH bleiben, die Sättigung war ganz schlecht. Er war innerlich so Verschleißteile. Bekamen vom KH eine Inhalierhilfe zugrabe von Cortison täglich. Haben Lungenfachärzte besucht Tests gemacht und habe ihn gegen Grippe impfen lassen. Ist mit 6 Jahren ins DMP Programm gekommen, da er durch die ganzen Infekte Athma entwickelte. Haben durch die Impfung jedes Jahr deutlich weniger Infekte und daher weniger Krupp. Zieht sich wie ein Rattenschwanz hinterher. Entwicklungsverzögert, Sprachlich zurück. Es ist nicht gerade wenig, es geht aber gut seit drei Jahren Berg auf. Los geworden sind wir es leider noch nicht. Die Bilder sind auch noch im Kopf, wenn dein Kind mit fast letztem Zug Mama ruft und er pfeift und sieht dich mit riesen Augen an. Haben alles probiert mit kalter Luft, Dampf usw. Selbst Zäpfchen halfen nicht mehr, haben nur noch den Saft daheim. Funktioniert besser und wirkt auch schneller.
    Kaltes Wasser trinken lassen, hat er auch im Kindergarten gemacht sobald jeder mitbekam das er einen Krupp Anfall hatte in der Nacht.
    Ruhe immer wieder bewahren keine Panik. Mamas haben ein wunderbaren instinkt, was zu tun ist.

    Wir sind auf einem guten Weg…

  • 13. Juli 2017 um 21:12
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    Unser Mittlerer ist auch Kruppkind, wir haben immer Cortison im Haus und auch im Urlaub dabei. Er selbst fand die Anfälle lange nicht schlimm und ich habe auch Routine, wenn er wie eine Mischung aus Darth Vader und einem Seelöwen klingt. Er bekommt meistens Cortison bzw das entscheide ich nach Intensität. Unser Kinderarzt meinte, nie warten, bis das Kind blau wird. Ansonsten versuchen zu beruhigen, raus nach Draussen. Beim ätzendsten Anfall war ich alleine mit beiden Kindern im Ausland im Hotel. Cortison half nicht wirklich, Fenster konnte man nicht öffnen, Kühlschrank winzig. Ich saß eine Stunde mit ihm am Waschbecken am Wasserdampf. Half alles nichts. Am Ende hab ich den Großen schlafend allein gelassen und bin mit dem Kleinen in der Trage raus auf die Strasse und lief dann zwischen den Partygängern mit Kleinkind auf und ab. Laut Kinderarzt wird es sich rauswachsen.

  • 16. September 2017 um 21:36
    Permalink

    Hallo,

    glücklicherweise sind unsere Kinder (bislang?) davon verschont geblieben. Aber im Freundeskreis leiden viele Kids darunter. Gerade beim ersten Anfall sind die meisten Eltern (zu Recht) ziemlich panisch. Umso wichtiger, dass das Thema und die Maßnahmen, die Abhilfe schaffen, bekannter werden!

    Euch weiterhin alles Gute 🙂

    Liebe Grüße, Lisa

  • 16. September 2017 um 22:19
    Permalink

    Oh wie bekannt mir das vorkommt. Mein Kleiner hatte letzten Winter zum ersten Mal Pseudokrupp…..alles Gute euch!
    Übrigens, wenn du gerne kochst: mach doch mit bei meiner Blogparade zum besten Familien Blitzrezept: http://www.missbroccoli.com/blogparade-blitzrezept

    Liebe Grüsse
    Moana

  • 16. September 2017 um 22:50
    Permalink

    Hallo Moin,

    Pseudo-Krupp Anfälle hatten wir in unserer Familie auch schon einige. Viel frische Luft hat immer geholfen. Seit dem begleiten uns die Zäpfchen wohin wir auch reisen.
    Trotzdem fühlt man sich erstmal ziemlich hilflos.

    Viele Grüße Steffen

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